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Donnerstag, 9. April 2015

Gastbeitrag: Sieben Dinge, die man auf Gran Canaria tun sollte

Ich freue mich, dass ich euch heute wieder einmal einen Gastbeitrag vorstellen kann. Trajan Tosev kennt man bereits als Social Media Manager und Blogger über Social Media Marketing. Seine Tipps zu den verschiedenen Networks sind Goldwert. Neben dem bloggen liebt er auch das reisen und war gerne bereit meinen Lesern auch ein paar Tipps zu diesem Thema mitzugeben. Zusammen mit seinem guten Freund Christoph Schulte-Bunert ging es nach Gran Canaria. Aber wer denkt, hier erzählt jemand von einem ganz normalen Pauschalurlaub, der irrt sich. Viel Spaß mit sieben Dingen, die man auf Gran Canaria tun sollte.

Spätestens wenn man von der Avenida Touroperador Neckermann in die Avenida Touroperador Tui abbiegt, wird klar, dass Gran Canaria eine Hochburg des Pauschaltourismus ist. Orte wie Maspalomas und Playa del Inglés sind alleine für den Tourismus entstanden und bestehen hauptsächlich aus Hotels und Geschäften, bzw. Restaurants, die für den Bedarf der dort absteigenden Klientel maßgeschneidert ist. Betonburgen, Schnitzel-Pommes-Pils, Sandalen mit Socken und viele weitere Geschmacklosigkeiten regen zur Abreise an. Doch hat Gran Canaria neben herrlichem Wetter auch mehr zu bieten? Hier sind sieben Dinge, die wir nach zehn Tagen „Testurlaub“ empfehlen. 

Trajan Tosev vor einem der vielen Einkaufszentren ©Trajan Tosev & Christoph Schulte-Bunert





1. Das Yumbo Center meiden?

Die in die Jahre gekommenen „Einkaufszentren“ in Maspalomas und Playa des Inglés bieten Einkaufsfreuden der Ramschklasse und mutieren in den Abendstunden zu Epizentren der unterirdischen Unterhaltung. Doch wer hier nicht war, kennt „Playa“ nicht. Seit Jahrzehnten trifft man sich hier in den Cafés, Restaurants und Bars. Das Ambiente in den über mehrere Ebenen angelegten Freiluft-Einkaufszentren ist ungewöhnlich: Massenrestaurants, daneben Oma-Cafés mit Häkeldeckchen, schwule Sexshops, Lederbars, Transenshows, Lebensmittel- und Kleidungsgeschäfte sind bunt gemischt. Das Interieur nahezu aller Einrichtungen hier ist gemütlich heruntergekommen. Doch dieses Unterhaltungsangebot wird von vielen Urlaubern geschätzt, die treu jedes Jahr wiederkehren. Der Besuch in einem der Zentren gehört daher zum Pflichtprogramm, um überhaupt mitreden zu können. Unser Fazit: Warum nicht auch einmal in die Geisterbahn?

2. Das Hinterland entdecken (Puerto Mogan, Tejeda)

Das Busnetz auf Gran Canaria ist zwar gut ausgebaut, ein Mietwagen bietet aber die Freiheit, den Betonburgen zu entfliehen, wann immer man Lust hat. Als eine der besten Autovermietungen auf der Insel gilt die Firma „Cicar“, für die online reserviert werden sollte. Startet man aus Maspalomas oder Playa del Inglés gen Norden, sind die Touristenzentren schnell verschwunden. Wer es wagt, durch die Berge über oft steile Passstraßen bis San Bartolomé de Tirajana (auch Tunte genannt) oder gar Tejeda vorzudringen, dem bieten sich atemberaubende Blicke über krasse Felsformationen und die tiefen Schluchten der Insel. Auf Gran Canaria herrschen verschiedene Klimazonen. Seid nicht überrascht, wenn es in den Bergen um Tejeda, wie im Norden generell, deutlich feuchter und kühler ist als im trockenen und warmen Süden der Insel. Dafür herrscht im Norden oft eine üppige, fast subtropische Vegetation. In den meisten Reiseführern findet man Auto-Rundreisen über die Insel, für die mindestens ein ganzer Tag eingeplant werden sollte.

Eine malerische Landschaft ©Trajan Tosev & Christoph Schulte-Bunert


Wer nicht in die Berge und auch nicht ganz so weit fahren möchte, findet in Puerto de Mogan ein lohnendes Ziel. Das Hafenstädtchen hat zwar auch das ein oder andere Touristenhotel, bietet aber einen Kontrast zu den Bausünden der Betonhochburgen im Süden der Insel. Anders als diese ist Puerto de Mogan aus einem Fischerort gewachsen. Malerisch sind die Häuser im Kolonialstil rund um einen bezaubernden Hafen. Der sehr saubere und einladende Stadtstrand in einer Bucht lässt keine Wünsche offen. Im glasklaren Wasser des Hafens ankern schicke Yachten und Fischerboote. Außerdem sind auch die Restaurants hier viel interessanter als in Maspalomas & Co. Frischen Fisch isst man hier. Unsere Wahl fällt auf das „Casito Mediterraneo" - Tapas, Meeresfrüchte und auch köstliche geschorte Fleischgerichte kanarischer Art direkt am Hafenbecken.

Optional noch dazu: Wer Lust auf mehr bekommt und weiterfährt, könnte noch einen Abstecher in den kleinen Ort Mogan machen. Von dort aus starten einige der berühmten Wanderwege „camino reales", auf denen sich die umgebenden Berge erkunden lassen. In Mogan lohnt es sich, in der „Art Bodega“ Halt zu machen. Ursula Goebel, die freundliche Herrin des Hauses, serviert dort in ausgefallenem Ambiente mediterrane Gerichte und köstliche selbstgemachte Kuchen. Ursulas Tiramisù ist eine Reise wert!

3. Zum Sonnenuntergang in die Dünen 

Hier kommt echtes Urlaubsfeeling auf! Die Füße im Sand, die Wellen des Atlantiks branden an den endlosen Strand von Maspalomas und die Sonne versinkt mit ganz großem Spektakel im Meer. Das beeindruckende Farbenspiel, das die Dünen in leuchtendes orange-rot taucht, ist eine der schönsten Fotokulissen der Insel. Wer dazu einen kalten Drink möchte und keine Lust auf die schäbigen Spelunken hat, die Richtung Faro (der Leuchtturm von Maspalomas) warten, bringt Getränke einfach selber mit. Dann lässt sich der Sonnenuntergang bei einem Sundowner in den Dünen oder am Strand genießen. In den stilvollen Bars zu Beginn der Uferpromenade nach Meloneras, gleich hinter dem Faro, lässt sich der Abend unter freiem Himmel hervorragend fortsetzen.

Romantische Sonnenuntergänge auf Gran Canaria ©Trajan Tosev & Christoph Schulte-Bunert

 

4. Rum aus Arucas probieren

Der kleine Ort Arucas im Norden Gran Canarias bringt ein über die Kanaren hinaus bekanntes Produkt hervor: den Ron Arehucas. Die sehenswerte Rumfabrik, die schon im 19. Jahrhundert gegründet wurde, produziert Rum in verschiedenen Qualitäten. Vom süßen "Ron miel", der in den Restaurants der Insel oft zusammen mit der Rechnung gereicht wird, bis zum ausgezeichneten und viele
Jahre gereiften "Ron Anejo" ist alles zu haben und zu probieren. Den Rum bekommt man zwar auch in den Bars der Insel, aber die Rumfabrik selbst ist sehenswert. Auch wenn der kanarische Rum mittlerweile im gut sortierten Onlinehandel bei uns zu haben ist, gibt es sicher schlechtere Ideen, als sich eine gute Flasche kanarischen Rum zur Erinnerung mit nach Hause zu nehmen.

5. Die Hauptstadt Las Palmas besuchen

 Die mit etwa 380.000 Einwohnern größte Stadt der Insel liefert ein Kontrastprogramm. Neben der abwechslungsreichen Altstadt mit Gebäuden im Jugendstil, dem Modernismo und im Kolonialstil lockt die Inselperle mit einer Shoppingmeile, der kleinen, aber feinen Markthalle und vielen verschiedenen, charmanten Plätzen mit Bars, Cafés und Restaurants. Ein herrlicher Stadtstrand und das Hafenviertel mit eleganterem, maritimem Flair runden das Angebot ab und sind wie geschaffen, um den Ausflug in die Stadt ausklingen zu lassen. Da der Flughafen der Insel nicht unmittelbar an die Stadt angrenzt, kommen viele Touristen gar nicht erst hierher, so dass die Chance, hier das "echte" kanarische Lebensgefühl kennenzulernen, gar nicht so gering ist. Eine Alternative zu den seelenlosen Betonsünden im Süden der Insel bietet sich hier in jedem Fall. Da Las Palmas auf der Nordhälfte Gran Canarias liegt, ist damit zu rechnen, dass der Himmel über der Stadt häufig bewölkt und es insgesamt deutlich kühler sein kann, als im trockenen Süden der Insel. Für einen Stadtbummel ist das nur recht. 

6. Das kanarische Museum besuchen 

Wer den Weg nach Las Palmas und dort in die Altstadt gefunden hat, steht in einer Seitenstraße des historischen Stadtviertels Vegueta unweit der grimmigen Kathedrale vor einer Reihe ehrwürdiger, uralter Häuser aus der Kolonialzeit. Einer dieser Paläste beherbergt das bedeutende Museo Canario, das Ende des 19. Jahrhunderts gegründet wurde und das heute die wohl bedeutendste Sammlung altkanarischer Objekte besitzt. In den beeindruckenden Räumen ist das Leben der Urbevölkerung der Kanaren anschaulich dargestellt. Faszinierend sind die tausende von Jahren alten Fundstücke aus den historischen Siedlungen und Kultstätten, die über die Insel verstreut zu finden sind. Schaurige Kabinette voller menschlicher Schädel und Skelette, geborgen aus den Totenstätten der Ureinwohner, und Rekonstruktionen historischer Gräber zeigen die Bestattungskultur der Kanarios und machen das Museum zu einem Ort der letzten Ruhe für eine untergegangene Kultur. 

Eine denkwürdige Ansammlung von Schädeln aus vergangen Zeiten ©Trajan Tosev & Christoph Schulte-Bunert

 

7. Gran Canaria auf Wanderwegen erkunden

Zugegeben, es ist nicht jedermanns Geschmack, auf einer warmen Sonneninsel in die Wanderschuhe zu steigen. Auf Gran Canaria lohnt sich aber ein Aufstieg in die Berge oder der Rundweg durch einige Täler sehr. Schwere Wanderstiefel sind dafür oft nicht einmal notwendig. Auf nicht überlaufenen, meist gut ausgeschilderten Wegen erschließt sich eine beeindruckende Insel. Steile, serpentinengewundene Steinpfade, Bergpässe, Schluchten mit bizarren Felsformationen, aber auch sattgrüne Täler, Mandelhainen, seltene Lorbeerwälder und dicht mit Palmen bewachsene Oasen - Gran Canaria hat alles! Die Ausgangspunkte sind bequem zu erreichen. Lasst einfach einmal das Auto stehen und lauft los! Viele der üblichen Reiseführer beschreiben die schönsten Wanderstrecken zur Genüge. Vorzüglich ist jedoch in jeder Hinsicht das Reise-Handbuch Gran Canaria von Dr. Dieter Schulze. 

Vielen Dank Trajan für diese erheiternden Tipps. Schön, dass ich dich nun auch zu meinen Weltenbummler Freunden zählen kann. Wie immer wird mein Fernweh nach einem Reisebericht nicht gerade kleiner. Wer noch Fragen zu Trajans Gran Canaria Urlaub hat, der kann sehr gerne einen Kommentar hinterlassen. Wir würden uns beide sehr darüber freuen.

Viel Spaß bei euren Abenteuern wünschen Trajan und eure Weltenbummlerin.